Führung bedeutet, unter konkreten Bedingungen und Begrenzungen Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und mit Spannungsfeldern, Zielkonflikten und ständigen Veränderungen umzugehen. Führen heisst die gegenwärtigen Herausforderungen zu meistern und die Zukunft zu gestalten. Dabei gilt es, Menschen Orientierung zu geben, Zusammenarbeit zu ermöglichen und gemeinsame Ziele zu erreichen.
Existenzielle Führung basiert auf einem Menschenbild, das den Menschen als freies, eigenständiges und auf Werte und Sinn ausgerichtetes Wesen versteht. Die vier existenziellen Grundmotivationen bieten einen ganzheitlichen und differenzierten Orientierungsrahmen für die praktische Führungsarbeit. Das existenzielle Menschenbild ist für die Führung besonders geeignet.
Existenzielle Führung zeichnet sich durch eine konsequent phänomenologische, dialogische und humanistische Grundhaltung aus. Im Zentrum stehen die Person, ihre Freiheit und Verantwortung sowie die Gestaltung tragfähiger Beziehungen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Selbstführung zu: Das wichtigste Führungsinstrument ist die eigene Person.
Charakteristische Merkmale existenzieller Führung
Die vier existenziellen Grundmotivationen als tragende Struktur
Phänomenologische Grundhaltung: das Wesentliche erkennen
Begegnung und Dialog als Grundhaltung
Involvierung gestalten
Zustimmung erzielen
Tragfähige Führungsbeziehungen als Schlüssel
Orientierung an Sinn und Werten
Vertrauen, Eigenverantwortung und psychologische Sicherheit
Dynamische Stabilität
Systematische Arbeit am System
Mehr transformationale als transaktionale Führung
Persönliche Autorität: Führung mit Sog statt Druck
Authentisch führen: die Führungsrolle persönlich gestalten
Intuition und Präsenz als wichtige Führungsressourcen
Bewusst und verantwortlich führen
Kerndisziplinen
Entscheiden
Mit Spannungsfeldern, Zielkonflikten, Ambiguitäten und Begrenzungen umgehen
Veränderungsprozesse wirkungsvoll gestalten
Projekte realisieren
Teams führen und Zusammenarbeit gestalten
Dialog und konstruktive Auseinandersetzung fördern
Eigenverantwortung, Verbindlichkeit und Empowerment stärken
Führungs- und Organisationskultur entwickeln
Wirkungsvoll kommunizieren, auch in Konflikten
Die eigene Führungsrolle gestalten
Sich selbst führen
Zu all diesen Themen eröffnet die Existenzanalyse eine eigenständige Perspektive und leistet einen wertvollen Beitrag zu einer wirksamen, menschenorientierten und zukunftsfähigen Führung.