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Psychotherapie

Psychotherapie

Die existenzielle Psychotherapie ist das originäre Anwendungsfeld der Existenzanalyse. Sie verbindet philosophische Orientierung mit moderner Psychotherapie und versteht den Menschen als Person mit Freiheit, Verantwortung und der Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen zu einem gelingenden Leben beizutragen.

Ihre Wurzeln liegen in der von Viktor Frankl entwickelten Logotherapie, in der die Sinnfrage im Mittelpunkt stand. Seit den 1980er-Jahren wurde dieser Ansatz durch Alfried Längle grundlegend erweitert und zu einem eigenständigen, umfassenden psychotherapeutischen Verfahren ausgebaut.

Heute verfügt die Existenzanalyse über ein differenziertes Verständnis psychischer Belastungen und Störungsbilder sowie über ein breites Spektrum wissenschaftlich fundierter Konzepte und therapeutischer Methoden. Sie wird bei einer Vielzahl psychischer Erkrankungen und persönlicher Krisen erfolgreich angewendet. In zahlreichen Ländern ist sie als Psychotherapieverfahren staatlich anerkannt. In der Schweiz besteht diese Anerkennung seit 2025.

Im Zentrum der existenziellen Psychotherapie steht nicht allein die Behandlung von Symptomen, sondern der Mensch in seiner Ganzheit. Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihre innere Freiheit wiederzugewinnen, persönliche Ressourcen zu entfalten und zu einer authentischen, innerlich getragenen Lebensgestaltung zurückzufinden.

Charakteristische Merkmale der existenziellen Psychotherapie

  • Arbeiten auf der Grundlage eines differenzierten existenziellen Menschenbildes

  • Orientierung an den vier Grundmotivationen als grundlegende Struktur menschlichen Erlebens

  • Aktivierung der geistig-personalen Ressourcen als zentraler therapeutischer Ansatz

  • Entwicklung authentischer und innerlich stimmiger Antworten auf die Herausforderungen des Lebens

  • Personaler, phänomenologischer Dialog als grundlegende Arbeitsweise

  • Konsequente Orientierung am konkreten Erleben der Person

  • Verstehen von Symptomen im Zusammenhang der gesamten Lebenssituation

  • Das Prozessmodell der Personalen Existenzanalyse (PEA) als differenzierter Leitfaden des therapeutischen Prozesses

  • Breites Spektrum an störungs- und themenspezifischen Methoden und Konzepten

  • Verbindung von psychologischer Kompetenz, philosophischer Orientierung und existenzieller Haltung

Die existenzielle Psychotherapie versteht Heilung nicht nur als Symptomreduktion. Sie begleitet Menschen dabei, ihre Beziehung zu sich selbst, zu anderen Menschen und zur Welt neu zu gestalten. So entstehen neue Handlungsmöglichkeiten, innere Zustimmung und die Fähigkeit, das eigene Leben wieder freier und verantwortlicher zu führen.

Ausbildung in existenzieller Psychotherapie

Die Länderorganisationen der GLE (Internationale Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse) bieten umfassende und langjährige Ausbildungen in Psychotherapie und existenzieller Beratung an.

Nähere Informationen finden Sie auf den entsprechenden Webseiten: